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about ZONE SIX Livegigs:
"Progressive Night"
im Schlachthof
Die Bezucherzahlen
hielten sich zwar in Grenzen, die erste "Progressive Night" der Lahrer
Rockwerkstatt hatte aber trotzdem einiges zu bieten. Von den immer wieder
faszinierenden Bildern einer psychedelischen Lightshow in Szene gesetzt,
trafen zwei am Ende doch recht unterschiedliche Bands aufeinander. Gänzlich
finanzieren lässt sich so ein Abend mit rund 80 Veranstaltungsbesuchern
zwar nicht, Wolfgang Richter von der Lahrer Rockwerstatt zeigte sich in
den frühen Morgenstunden aber trotzdem recht zufrieden mit dem Verlauf
des Experiments. "Es war auf jeden Fall ein interessanter und spannender
Abend", fasste er seine ganz persönlichen Eindrücke zusammen.
Mit alten Diaprojektoren, Schmalspurfilmen und Overheadprojektoren zauberte
die mitgebrachte Lichtcrew faszinierende Bilder auf die Bühne, tauchte
die Musiker in immer wieder neu zerfließende Farben, pulsierende
Bilder oder rotierende Lichtspiralen, stellten der Musik eine zweite visuelle
Ebene entgegen. "Trigon" aus Karlsruhe, die erste Band des Abends, servierte
dazu druckvolle Klangbilder, in denen sich schwere psychedeliche Rockmusik,
mit Bluesthemen und einem Hauch Hardrock vermischte. Ohne seine klaren
Songstrukturen aufzugeben, beeindruckte das rein instrumental agierende
Quartett durch ausgefeilte Soloarbeit und ein ausgeklügeltes Wechselspiel
von Gitarre und Tasteninstrumenten. Ganz anders "Zone Six", aus Berlin,
eine Gruppe, die mit einer völlig frei improvisierten Musik aufwartete
und ausufernde Klangcollagen zeichnete. Entspant fließende Melodielinien
verdichteten sich auf der Basis eingestreuter Ideen, Gitarre, Bass, Schlagzeug
und Synthesizer traten in einen kontinuierlichen Dialog, der sich immer
wieder in wilden Ausbrüchen ein Ventil suchte, um kurz darauf in
weit entfernten Spären nach neuen Ansätzen zu suchen. Gemeinsam
mit der spürbar auf die Band abgestimmten Lightshow forderten sie
dasAufnahmevermögen des Publikums heraus und gestalteten einen gut
zweistündigen Auftritt, der tief in fremdartige Spären abtauchte,
Assotiationen an die psychedelischen Bands der späten 60er-Jahre
weckte und weitab der heute üblichen Konzertstrukturen, einen ganz
eigenen Charme entwickelte.
von Jürgen Haberer für die Mittelbadische Presse
Sphärische Klangbilder
- Zone Six und Trigon auf einer Zeitreise in die Siebziger bei der Progressive
Night im Schlachthof
LAHR. Eine Zeitreise
zurück in die frühen Siebziger des letzten Jahrhunderts unternahm
die Rockwerkstatt mit ihrer "Progressive Night" am Samstagabend im Schlachthof.
Die Berliner Band "Zone six" und ihre Karlsruher Kollegen "Trigon" ließen
mit ausladenden Improvisationen, Klangspielereien und visuellen Effekten
die Zeit des Psychedelic- und experimentellen Progressive-Rock wiederauferstehen.
Ein interessantes, tief in die Nacht ausgreifendes Konzert vor einem eher
kleinen, aber begeisterten Publikum. Zone Six aus Berlin sind, wie ihr
großer Verkaufsstand am Rande des Konzerts im Lahrer Schlachthof
auswies, schon länger im Rockgeschäft. Sechs CDs aus den letzten
sechs Jahren waren dort zu erwerben. Dass es sich bei dem größeren
Teil dieser Veröffentlichungen um Konzertmitschnitte handelt, liegt
in der Natur der Sache. Zone Six sind nämlich experimentelle Klangbastler,
deren Stücke stark auf die Inspiration des konzertanten Augenblicks
setzen. Ihre bis auf eine halbe Stunde ausgedehnten Soundgemälde
erinnern nicht von ungefähr an die frühen Pink Floyd. Die Gitarre
taucht in tiefe Hall- und Echoeffekte, die abgerissene Phrasen und unterschwelligen
Krach an die (Klang)Oberfläche spülen. Dazu trommeln Schlagzeug
oder Percussion hypnotische Rhythmen, zirpen analoge Synthesizersounds
und wummern wabernde Bassfiguren. Diese dynamisch stets an- und abschwellenden,
sphärischen Klangbilder werden noch unterstützt durch einen
psychedelischen Farben- und Bilderstrudel den Beleuchtungsmeister "Kosmik
Klaus" mit Hilfe von allerhand Dia-, Film- und Overheadprojektoren über
Bühne und Musiker malt. Gegen dieses Gesamtkunstwerk aus Sphärenklang
und oszillierender Bildgewalt wirkte der Auftritt der Karlsruher Trigon
zuvor etwas bescheidener. Weniger Klang, mehr instrumentelle Virtuosität
stand bei ihnen im Vordergrund. Raumgreifende Gitarrensoli spannten sich
über flächige Keyboardteppiche. Das Schlagzeug sprengte nur
hier und da einmal das Diktat des Viervierteltaktes. Der Bass unterstützte
mit soliden Rhythmusfiguren. Gegen Ende ihrer Vorstellung brachen Trigon
dieses Konzept etwas auf und gaben allen Instrumenten mehr Raum für
gemeinsame oder alleine stehende Improvisationen. Dass zur Progressive
Night der Lahrer Rockwerkstatt keine Zuschauermassen strömen würden,
war von vorneherein zu erwarten. Die Besucher, die sich dort einfanden,
hatten aber ihre helle Freude am experimentellen Treiben auf der Bühne.
Schade nur, dass Zone Six als zweite Band erst sehr spät auftrat,
als ein Teil der Zuschauer schon den Heimweg angetreten hatte. Ihre Klangzaubereien
erreichten weit nach Mitternacht nur noch ein sehr kleines Publikum. Man
hätte ihnen mehr Zuspruch gewünscht.
Matthias Ambs für die Badische Zeitung
Zone Six - Besser
als Kino
Zu einem phantastischen Konzertereignis kam es am 28.12.2003 in Speyer:
Zone Six gaben sich die Ehre. Das Konzert fand im Rahmen eines mehrtägigen
Festivals statt, dessen Fokus auf Kurzfilmen lag. Da es bei diesen zu
einigen Verzögerungen kam, fing das Konzert nicht wie geplant um
23 Uhr an, sondern 1 Stunde später. Zone Six ist ein Musikerkollektiv,
das sich ganz dem Moment verschrieben hat, sprich: es wird nur improvisiert.
Dies kann und darf man keinesfalls mit billigem Rumschrammeln vergleichen.
Wenn man es nicht weiß, geht man davon aus, dass die Stücke
normal eingeprobt sind. Das Zusammenspiel der Musiker ist perfekter als
bei mancher Band, die schon seit Jahren zusammen spielt - dabei ist der
Zone Six-Gitarrist erst seit drei Wochen mit von der Partie; der Schlagzeuger
lieferte seine Debütshow. Unterstützt wird der Auftritt durch
Kosmic Klaus And His Solar Sea Slide Show. Los ging es mit Synthesizergewabere,
die Band steigt langsam ein, die Projektionen kommen langsam in Fahrt,
was dann kommt, ist schwer in Worte zu fassen: Klangwände bauen sich
auf, kollabieren, bereiten leisen, fragilen Strukturen den Weg. Dazu die
Diashow, die mit der Musik zu einem einzigen Strudel wird und dich immer
mehr reinzieht, nach 10, 15 Minuten ist eh alles eins: der eigene Körper,
die Musik und die Diashow. Etwas ähnliches habe ich bis jetzt nur
bei den Ozric Tentacles und Godspeed You! Black Emperor erlebt. Ein nie
enden wollender Strudel, man lässt sich komplett von der Musik treiben,
kann die Energie, die zwischen den Musikern fließt beinahe greifen.
Dann ist das erste Stück vorbei; Applaus brandet auf; ungläubiges
Erstaunen bei dem Blick auf die Uhr: 70 Minuten sind vergangen, seit die
ersten Töne des Stücks erklungen. Ein kurzes Hallo an die Besucher,
das zweite Stück setzt die Reise nahtlos fort, 45 Minuten später
wird man durch die Pause in die Realität zurückgeholt. Nach
der Pause erklimmt ein Zuschauer die Bühne, um mit seinem Saxophon
den Klangkosmos zu erweitern und die nächsten zwei Lieder zu bereichern.
Nach ein paar Minuten des vorsichtigen Abtastens ist er in den Zone Six-Energiefluss
integriert, die Stücke kommen etwas gemäßigter daher,
die ganz lauten/dichten/harten Passagen der ersten Stücke werden
nicht nochmals aufgebaut, man schaltet einen Gang zurück (immerhin
ist es schon nach 3 Uhr in der Frühe), lässt grazileren, sanfteren
Passagen den Vortritt; agiert etwas "chilliger". Das letzte
Stück wird wieder nur von Zone Six dargeboten, mit knapp 10 Minuten
das kürzeste Stück des Abends. ganz sanft wird man in die Nacht
verabschiedet, die letzten Töne verklingen und das soeben erlebte
wird noch einige Minuten genossen, bevor man sich auf den Heimweg macht
und dem Sonnenaufgang entgegen fährt (gut, ganz so spät war
es dann doch nicht, aber immerhin 4:30 Uhr morgens). Das perfekte Konzert
zum Jahresausklang, die Meßlatte für die ersten Konzerte 2004
wird sehr hoch liegen... Wer mehr über Zone Six wissen möchte:
www.zonesix.de
(Sascha Christ)
www.musikansich.de/ausgaben/0104/_zonesix.html
Die gehören in
die Klapse. (Konzertbesucher bei der Recordreleaseparty im Tacheles, Berlin,
1998)
Die haben den schwarzen
Gurt in Ekstase! (Konzertbesucher in Speyer, 2003)
Zone Six live in der
Regenbogenfabrik (Berlin, 8. April 04), geschrieben von Jürgen Henze:
Hallo, am Donnerstag gaben Zone Six in der Regenbogenfabrik in Berlin
ein duftes Konzert. Eigentlich war für diesen Tag ja schon Anekdoten
vorgemerkt, aber ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen,
"meine" Zone Six endlich mal wieder live zu erleben. Die Location
ist von innen deutlich gemütlicher, als man von außen vermuten
würde. Eigentlich ist es wohl mehr so etwas wie ein alternativer
Jugendtreff, und der eigentliche Konzert- sogar ein Kinoraum. Im Lineup
gab es gegenüber Gera und Würzburg im Dezember letzten Jahres
eine kleine Änderung: Nunmehr gibt es mit Abul einen Drummer, der
mehr aus der Ecke mittelalterliche Musik kommt (er spielt in der Mittelalterband
Varius Coloribus Experience; Anm. v. Dave); beim Konzert in Speyer war
er schon dabei. Weitere Zutaten: Dave am Spacebass, Julius an der Gitarre
und Rusty an den Tasten. Es gab eine richtig schöne Space-Jam-Session.
Julius und Dave lieferten sich dufte Saitenduelle und Abul blieb den beiden
nichts schuldig; er vermittelte nicht sondern stachelte an. Was bleibt
dem armen Mann an den Keyboards da noch anderes übrig, als das Ganze
ein wenig zusammenzuhalten. Das hört sich chaotischer an, als es
ist. Feinster psychedelischer Space-Rock von bisher selten so eindringlich
gespielter Intensität und Härte! Die ursprünglich geplante
Videoshow wurde wegen gesundheitlicher Gefahren für die Musiker (eindringliche
Warnung auf dem Beamer vor direktem Hineinsehen) weggelassen. Mir hat
sie auch nicht gefehlt; das sehr sparsam eingesetzte Licht ließ
genügend Spielraum für eigene visuelle Umsetzung im Kopf. Das
erste Stück ging bestimmt fast eine Stunde. Genügend Zeit, um
die Musik sich entwickeln zu lassen; Phasen trügerischer Ruhe leiteten
die nächsten Eruptionen vor, es wurden nach und nach phantastische
Spannungen aufgebaut die bis zur Ekstase ausgereizt wurden. Spielfreude?
Nein, Spielwut! Nach einer Pause wurden noch zwei (oder drei?) Stücke
nach selbigem Rezept gebraut. Nach fast drei Stunden war dann leider "schon"
Schluß. Von mir aus hätte es noch stundenlang so weitergehen
können. Es war eine Space-Jam-Session der Extraklasse - kein Gedanke,
was ich evtl. bei den Anekdoten verpasst haben könnte. Einziger Wermutstropfen
war die schwache Besucherzahl. Ich schätze mal ca. 20 Leute. Selbst
wenn es etwas mehr Werbung im Vorfeld hätte geben können. Pech
für die, die es verpaßt haben.
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